4. Juli 2018

Ein Dorf für den Stücki Park

Im Stücki Park in Basel geht’s in grossen Schritten Richtung Zukunft. Bereits Ende Oktober steht die Eröffnung des neuen «Village im Stücki Park» an. Damit bekommt das Areal einen Ort der Begegnung. Hier treffen wir uns mit dem Management sowie der Projektleitung und lassen uns über diese einzigartige Grossbaustelle führen. Wie soll das Village aussehen? Gibt es schon Mieter? Und: Was sind die grössten Herausforderungen?
Christian Mutschler strahlt übers ganze Gesicht: «Die Entwicklung hier im Stücki Park ist enorm». Seit 2016 ist der Leiter des Managements Stücki Park Teil des Mega-Projekts und man spürt seine Begeisterung auf Anhieb. Mutschler ist eine der vielen engagierten Schlüsselpersonen vor Ort in Basel. Zu denen gehört auch Daniela Gerber. Die Asset Managerin bei Swiss Prime Site Immobilien betont die aussergewöhnlich hohe Komplexität des Grossprojekts: «Wir lernen hier jeden Tag für das gesamte Unternehmen. Von den Erfahrungen, die wir hier machen, können wir bei künftigen Projekten profitieren».

Wirtschaftsstandort 2023
Im Stücki Park im Norden der Stadt Basel prägt Swiss Prime Site Immobilien die urbane Entwicklung. Bis 2023 entsteht hier ein neues Zentrum für Innovation, Erlebnis, Gesundheit, Gastronomie und Einkauf. Oder wie es Christian Mutschler formuliert: «Wir entwickeln einen neuen Wirtschaftsstandort». Über 4'000 Menschen werden dereinst auf dem Areal arbeiten. Das langgezogene Bürogebäude, das auch den Technologiepark Basel beherbergt und über prominente Mieter wie Lonza und Medartis verfügt, wird um vier Fingerdock-artige Gebäude erweitert. Dadurch entstehen zusätzlich 1'700 Arbeitsplätze. Die bestehenden Labor- und Büroflächen werden auf über 60'000 Quadratmeter verdoppelt.

Christian Mutschler und Daniela Gerber führen über die einzigartige Grossbaustelle.
Besser arbeiten, komfortabler leben
Eine Passerelle wird die Büro- und Laborgebäude mit der einstigen Mall verbinden. Im umgebauten Komplex, gegenüber an der Hochbergstrasse 70, entstehen attraktive Einkaufs-, Dienstleistungs- und Erlebnisangebote. Bis 2020 soll unter anderem ein topmodernes Multiplex-Kino Filmfans aus der Region anziehen.

Mit Hochdruck gearbeitet wird auch am so genannten «Village im Stücki Park». Was hier entsteht, ist beachtlich. Wie der Name schon sagt, wird hier ein kleines Dorf errichtet – mit attraktiven Dienstleistern, Büros und Praxen. «Das Village wird zu einer grossen Begegnungszone für alle, die hier arbeiten und im Quartier leben», erläutert Mutschler. Zum Abschluss der ersten Bauphase Ende Oktober soll es eröffnet werden. Noch zuvor, bereits Ende August, erfolgt die Grundsteinlegung der ersten beiden Erweiterungsbauten mit Labor- und Büroflächen im gegenüberliegenden Bürogebäude. Für Mutschler sind es vor allem zwei Faktoren, die den Erfolg im Stücki Park ausmachen werden: «Zum einen ein möglichst interessanter Mietermix, der den Standort belebt und attraktiv macht. Und zum andern der Wohlfühlfaktor für die Menschen, die hier arbeiten oder ihre Freizeit verbringen.»

Wohlfühl-Ambiente und Nachhaltigkeit
Das «Village» fällt durch eine aussergewöhnliche Architektur auf. Viel Holz und warme Farbtönen sorgen für ein angenehmes Ambiente. «Unser Ziel ist es, über die drei Geschosse etwas zu gestalten, das Bestand hat», erklärt Rebecca Holstein, Projektleiterin Bauherrentreuhand, Wincasa. «Das funktioniert am besten bei Bauten, die viel Wärme ausstrahlen. Erreichen wollen wir das durch gestapelte Boxen und eine gewisse Kleinteiligkeit im Raum. So wird es auch Flächen von 40 Quadratmetern für kleinere Dienstleister oder Büros geben. Viele vergleichbare Projekte wirken kalt und distanziert. Das wollen wir auf jeden Fall vermeiden.» Eine Haltung, in der für Holstein auch das Thema Nachhaltigkeit mitschwingt. Das reicht von der Beleuchtung bis zum Betriebssystem. «Alle Gebäude werden konsequent mit LED ausgestattet und mit nachhaltigen Materialien gebaut», so die Bauherrenvertreterin. «Und noch mehr: Um die komplexe Haustechnik langfristig funktionsfähig zu halten, haben wir uns für die Verwendung von Linux entschieden. Ein Betriebssystem, das seit Jahrzehnten läuft und dies auch noch in Jahrzehnten tun wird.» Davon ist Holstein überzeugt.

Christian Mutschler und Rebecca Holstein betonen die Nachhaltigkeit im Projekt «Village im Stücki Park».
Eine besondere Baustelle
Mit Christian Mutschler und Daniela Gerber laufen wir über die Baustelle. Es ist eindrücklich, wie raffiniert und verschachtelt das Village geplant wurde. Und: mit wie viel Tempo die Umsetzung erfolgt. Erstaunlich nur, wie ruhig es dabei zugeht. Dutzende von Bauarbeitern und Handwerkern arbeiten hoch konzentriert. Das müssen sie auch, schliesslich gilt es Termine einzuhalten. Wie fühlt es sich an, Teil eines so grossen Projektes zu sein? «Klar, das ist auch für uns eine besondere Baustelle», erzählt uns ein Bauarbeiter, der für den hier tätigen Messebauer arbeitet. «Wir sind stolz, unseren Teil dazu beitragen zu können.» Um die nötige Flexibilität im Raum sicherzustellen, hat man die Spezialfirma hinzugezogen. In der Planungsphase war ein Event-Architekt involviert, der unter anderem im Europapark Rust gearbeitet hat. Mit ihm gemeinsam wurde die Idee des «Village» entwickelt. Christian Mutschler begrüsst die Handwerker, fragt nach und kommentiert den Baufortschritt. «Es ist noch viel Arbeit, bis wir Ende Oktober, das Village eröffnen können. Aber wir sind im Zeitplan», sagt er zuversichtlich.

Hier entsteht das «Village im Stücki Park», ...


... dessen Konstruktion auf nachhaltiger Holz-Architektur basiert.

Hier ist gut arbeiten
Das «Village im Stücki Park» ist ein zentrales Element im Projekt. Es soll dazu beitragen, dass der Stücki Park zu einem attraktiven Arbeitsort wird, der die besten Talente im Bereich Life Science anzieht. Die ersten Mieter haben bereits unterzeichnet. Nebst dem Village werden in den kommenden Monaten auch weitere Flächen von bestehenden oder neuen Mietern in dem in Transformation stehenden Komplex eröffnet. Einer davon: Bächli Bergsport. Das Fachgeschäft zieht von der Basler Markthalle am Steinertorberg in den Stücki Park. Das Konzept der Planer überzeugt.

Der Betrieb geht weiter
Die einen kommen, die anderen sind schon da. Das erfolgreiche Fitnesscenter «GYMM Health & Fitness» mit mehr als 5'000 Mitgliedern, zum Beispiel, soll so gut wie nichts von der Bauphase mitbekommen. «Das ist eine unserer grossen Herausforderungen», betont Mutschler. «Wir wollen den laufenden Betrieb so wenig wie möglich stören. Dazu muss man vorausschauend planen, die Besucherströme geschickt lenken und sorgfältig kommunizieren.» An diesem Morgen halten sich die Besucherströme glücklicherweise in Grenzen. Obwohl, das Fitnesscenter ist wie immer gut frequentiert. Eine ansehnliche Zahl von Kunden trainiert fleissig trotz des Umbaus. Und bald steht ihnen dafür noch mehr Platz zur Verfügung. Denn ist der Umbau durch, wird «GYMM Health & Fitness» seine Fläche verdoppeln.

Nicht ohne Geschichtsbewusstsein
Hier im «Stücki», wo einst die alte Stückfärberei tätig war, entsteht nun Schritt für Schritt etwas gänzlich Neues. Trotzdem soll die DNA des Areals spürbar bleiben, was die Verantwortlichen mit den grossen, Stoffdruckmustern nachempfundenen Design im neuen Erscheinungsbild aufgenommen haben. Hier vor Ort, wo die Basler Pharma- und Chemiegeschichte einst ihre Anfänge nahm, soll ein Life Science Cluster wachsen und die weltberühmte Basler Erfolgsgeschichte weiterschreiben.
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