1. Mai 2018

Denkfabrik mit Gleisanschluss

Wo früher die gewaltigen Druckmaschinen der renommierten NZZ rotierten, entsteht derzeit Raum für 2 000 Arbeitsplätze für Engineering, Technologie und Industrie 4.0. Ein Spaziergang durch Hallen mit glorreicher Vergangenheit und grosser Zukunft.
Die kleine Druckmaschine steht verlassen in der riesigen Industriehalle. Aus ihr kam vor fast 200 Jahren die erste Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung. Im Laufe der Jahre folgten ihr viele, wesentlich grössere Anlagen. Die letzten drei davon, gewaltige Rotationsdruckmaschinen, befanden sich in eigens um sie herumgebauten Hallen. Diese stehen heute allerdings leer, die Anlagen wurden längst demontiert. Nur die erste und älteste ist noch hier im ehemaligen Druckzentrum der NZZ in Schlieren.

Geht es nach der Besitzerin des Areals, Swiss Prime Site Immobilien, dann wird das auch so bleiben. Sie möchte dieses Stück Schweizer Geschichte erhalten und wird der Ur-Druckmaschine nach dem Umbau einen gebührenden Platz auf dem Areal zuweisen. Die grosse Halle, in der bis vor Kurzem die leistungsfähigste Druckmaschine stand, hat gewaltige Ausmasse. Vor allem im aktuellen, leeren Zustand. Doch mit der rechtskräftigen Baubewilligung vom März 2018 wird es nun nicht mehr lange dauern, bis der Umbau beginnt. «Unter dem neuen Namen JED – Join Explore Dare – wird in Schlieren ein Zentrum für Wissen und Transfer entstehen», erklärte Peter Lehmann, CEO Swiss Prime Site Immobilien, unlängst in einem Interview.

Die grosse Halle, in der bis vor Kurzem die leistungsfähigste Druckmaschine stand, hat gewaltige Ausmasse.
«In der erwähnten Halle, genau dort wo die grosse Druckmaschine stand, entsteht ein Teil der neuen Büros von Zühlke», erklärt Britta Richli. Sie ist Asset Managerin bei Swiss Prime Site Immobilien. Ihr Kunde, der Technologiekonzern Zühlke, ist aktuell in zwei Gebäuden in unmittelbarer Nähe untergebracht und wird hier als Mieter ab Anfang 2020 auf über 8 500 Quadratmetern einziehen. Dazu wird das Betonfundament angepasst und auf diesem werden vier Etagen Büros gebaut. Inklusive Lifte, Treppenhaus und Atrium. Gleich nebenan gibt es weitere Geschäftsräumlichkeiten, Labors und eine Werkstatt. Auf den ersten Blick hätte man aus dem Objekt einfach eine Gewerbeliegenschaft machen können. Doch nach Ansicht von Swiss Prime Site Immobilien entspricht dies langfristig kaum der Nachfrage. Der Wirtschaftsraum Zürich braucht unbedingt Raum und Konzepte, die Wissensarbeiter und Industrie 4.0 zusammenbringen, ist sich das Unternehmen sicher – Flächen für Ingenieure und kleine, hochflexible Werkstätten. Peter Lehmann und seine Mitarbeiter kennen die Vorteile dieses Standortes genau. Hier auf dem Areal, wo früher pro Tag Papier in einer Gesamtlänge von 2 000 Kilometern bedruckt wurde, fehlt es an nichts. Gleisanschluss? Vorhanden. Lastkran? Vorhanden! Genauso aber auch Glasfaserkabel und unmittelbarer Zugang zu hochqualifizierten Arbeitskräften, Hochschulen und nicht zuletzt zum Finanzplatz Zürich.

Warum bietet das Konzept JED mehr als ein klassisches Bürohaus mit einer anschliessenden Werkhalle? Es ist der Mix. Das Areal verfügt auf aktuell 21'000 Quadratmetern über genügend Raum und Distanz, damit in der Mitte eine Eventhalle entstehen kann. Bereits jetzt war als Zwischennutzung zweimal der renommierte Start-up-Event «TOP 100» von ETH und EPFL zu Gast. Das soll in Zukunft noch weiter intensiviert werden. Denn die Erwartungen an die Standortqualität sind bereits heute hoch und werden in Zukunft noch weiterwachsen, sind die Verantwortlichen bei Swiss Prime Site Immobilien überzeugt. Doch es sind neue Ansprüche, mit denen das Unternehmen von ihren Mietern konfrontiert wird und die wiederum von Mitarbeitenden an die Mieter gestellt werden: Flexibilität, Verkehrsanbindung, ein interessanter Mietermix und ein inspirierendes Umfeld.

Aus ihr kam vor fast 200 Jahren die erste Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung.
Das Projektteam ist sich dessen bewusst und richtet das Vorhaben gerade deshalb und schon von Beginn weg konsequent auf den zukünftigen Markt aus. Wo man früher Berater verschiedener Sparten von Dienstleistungen engagiert hätte, wird heute direkter ermittelt. Beispielsweise werden Fragen zur Gastronomieinfrastruktur und zum Angebot für 1 000 Mitarbeitende an drei Hotelfachschulen in Lausanne, Luzern und Berlin als Abschlussarbeit vergeben. Menschen dieser Generation sind es, die über die Attraktivität und schliesslich den Erfolg des Konzeptes langfristig urteilen werden. Resultate der Studien möchte das Projektteam noch nicht verraten. Ein gewisser Vorsprung schadet auch im Immobilienbereich nicht.

Auch für die Eventhalle ist Grosses geplant. Kuratierte Veranstaltungen aus dem Wissensbereich soll sie beherbergen. Kongresse, Symposien und gerne auch ab und zu Kultur. Wenn sie aber einmal leer stehen sollte, sind dort rasch drei, vier Badmintonplätze aufgestellt. Dafür werden sich bei über 1 000 Leuten auf dem Areal sicher Abnehmer finden. Aus wirtschaftlicher Sicht scheint dies auf den ersten Blick nicht lohnenswert, ist aber einer von vielen kleinen Standortvorteilen, die JED bieten soll und die das Angebot so attraktiv machen.

Das Areal verfügt auf aktuell 21 000 Quadratmetern über genügend Raum und Distanz, damit in der Mitte eine Eventhalle entstehen kann.
In der nächsten Halle wird gerade abgebaut. Ein Spin-off der ETH hat hier über ein paar Monate hinweg Drohnen gebaut. Ein idealer Standort bei einer Raumhöhe von über 10 Metern. Was als Nächstes reinkommt? Man weiss es noch nicht. Für den Endausbau ist man mit einem Sportcenter im Gespräch. Platz für eine Kletterhalle und fünf, sechs Squashhallen hätte es problemlos. Vielleicht aber auch ein MedTech-Unternehmen? Die Liste der Interessenten ist lang. Über etwa 7 000 Quadratmeter sind die Gespräche bereits in fortgeschrittenem Stadium. «8 500 sind vermietet, für weitere 7 000 sind wir in Verhandlungen – und das bereits jetzt, bevor wir mit der Vermarktung überhaupt begonnen haben», meint Britta Richli. Ob die 21 000 Quadratmeter reichen werden, ist keine Frage. Das Areal bietet noch einen Drittel Ausnutzungsreserve und ein Projekt für einen Neubau von weiteren 15 000 Quadratmetern ist bereits in Diskussion.

Hier in Schlieren entstehen sie also ganz konkret: die Wissensgesellschaft und die Industrie 4.0.
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